Dem SHK-Handwerk droht Fachkräftemangel

10. Januar 2012 von Mathias Müller

Dem SHK-Handwerk gehen die Fachkräfte aus und zu allem Überfluss halten viele Jugendliche eine Ausbildung im Handwerk für nicht sehr attraktiv. Mit Imagefilmen und Informationen im Internet wollen ZVSHK und Innungen die Attraktivität einer SHK-Ausbildung vermitteln. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Aber reicht das? Ich habe meine Zweifel, vor allem wenn ich sehe, wie der Hornbach-Baumarkt unbedarften Kunden vermitteln will, dass es angeblich „kein Problem“ sei, ein Bad zu renovieren. Was können Verbände, einzelne Handwerksbetriebe, Großhändler und SHK-Industrie noch tun, um den Kunden den Wert der Facharbeit zu vermitteln und um jungen Leuten die Chancen zu zeigen, die eine Ausbildung in der SHK-Branche bietet?


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10 Antworten zu “Dem SHK-Handwerk droht Fachkräftemangel”

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  1. Felix Schreiber sagt:

    Hier nochmal die Aufforderung von my-hammer an der Kampagne mitzumachen: http://news.myhammer.de/allgemein/017438-imagekampagne-des-handwerks-startete-vor-2-jahren.html Vielleicht sollte man das Branchenweit auf Blogs und Firmenseiten schreiben. Das Handwerk steht zusammen? Was sagt ihr dazu

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  2. Felix Schreiber sagt:

    Ich kann dem Artikel und den meisten Kommentaren ebenfalls nur recht geben. Auch was die Frage der Attraktivität der Arbeit für Jugendliche angeht. Dazu gehört erstens die richtige Bezahlung. Aber gleichzeitig geht es auch um das Image (Nicola hat es – wenn auch negativ – angesprochen) unserer Branche. Wir müssen eine bessere Außendarstellung betreiben. Dabei geht es nicht umbedingt darum einzeln 20.000 Euro im Jahr für Marketing rauszuhauen. Geld das noch dazu in andere Branchen geht. Es geht viel mehr darum vom Kundenservice (Auftritt vor dem Kunden, Serviceleistungen bei und NACH der Arbeit) bis hin zum eigenen Webauftritt eine Optimierung einzuleiten. Zudem müssen wir als Branche geschlossener Auftreten. Handwerk ist wichtig und Handwerk schafft werte. Deshalb sind solche Kampagnen: http://www.handwerk.de/</a< durchaus sinnvoll. Immerhin wird die Initiative sogar von kritischen Partnern wie my-hammer aufgenommen.

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  3. Olaf Mayer sagt:

    Hallo Leute ,
    Ihr habt alle wie immer Recht. Es wurde auch schon alles gesagt, nur es wird immer gerne vergessen, dass unser jetziger Beruf nicht in 31/2 Jahren zu erlernen ist.!!!!!!! Ich fordere schon seit vielen Jahren das wir die Lehrzeit Aufstocken müssen. Meine Vorschläge liegen dem ZVSHK seit Jahren vor. Leider hört man vom ZVSHK, den Fachverbänden oder Innungen nicht viel über das Thema bzw. es wird tot geschwiegen.

    Dann lasst uns alle einmal den Kopf in den Sand stecken und weiter jammern!!!!!????????????????
    Morgenfrüh ruft Oma Musterfrau an bei -20°C. Brennerstörung etc. und wir erklären Ihr mit einem gut gemeinten Rat, dass wir so in 2 Wochen vorkommen könnten. Ob wir dann aber Ihre geplatzten Heizkörper austauschen würden, können wir heute noch nicht sagen.

    So; noch einen schönen Abend und nette Gespräche am Wochenende

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  4. Rudolf Dittrich sagt:

    Ich stimme den bisherigen Kommentaren im vollem Umfang zu, möchte jedoch noch ergänzen, dass auch ich erfahren musste, dass die Handwerkskammern, Innungen und Fachverbände nicht mehr wissen, was ihre Aufgabe war und ihnen der erzeugte Mist über den Kopf gewachsen ist. Auch sucht man dort keinen Dialog mit konstruktiver Kritik bzw. geht dieser aus dem Weg.
    Einzige Möglichkeit, hier einen Hebel anzusetzen, ist, alle Mitgliedschaften (auch Einkaufsverbände) zu kündigen und dieses gesparte Geld in Ausbildung zu investieren.
    Vielleicht ergibt sich daraus der erwünschte Nebeneffekt, dass sich diese Institutionen (auch Einkaufsverbände) neu aufstellen, um wieder Mitglieder zu bekommen.
    Wir brauchen, und das fordere ich schon seit 20 Jahren, die besten Nach-wuchskräfte und keine “Superhelden”, sowie eine schwierigere und zeit-gemäßere Ausbildung. Insbesondere für Meister sollte wieder Praxis-erfahrung in allen Bereichen der Zulassung sowie eine umfangreiche kaufmännische Ausbildung entscheidend sein und wer gewerk-übergreifend arbeitet, müsste auch hier Erfahrungsnachweise erbringen, denn die Anforderungen an unsere Branche sind unvergleichbar hoch.

    Freundliche Grüße
    Rudolf Dittrich

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  5. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    ich denke der Fachkräftemangel hat mehrere Gründe.
    Zum einen haben es unsere Vertreter ( ZVSHK ) versäumt sich bei der Politik für unser Handwerk stark zu machen und unsere Interessen zu vertreten. Zum anderen ist das Problem auch Hausgemacht. Viele unserer Kollegen die jetzt schimpfen und nach Hilfe rufen, haben noch nie oder seit Jahren nicht mehr ausgebildet und jetzt will man es auch nicht machen, den es kostet ja Geld Mitarbeiter auszubilden.
    Wenn wir aber gute Mitarbeiter wollen, wird uns nichts anderes bleiben, als das wir selbst aktiv werden und uns an Berufswahltagen betiligen, an Schulen gehen und unseren Beruf und unsere Firma vorstellen um Lehrlinge zu bekommen die wir dann auch später als Monteure beschäftigen können. Die wir dann allerdings auch vernünftig bezahlen müssen.Wir müssten auch flexibler werden bei den Arbeitszeiten sonst wandern sie uns wieder ab zu Kollegen oder zur Industrie die das bereits machen.

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  6. Die Leistungen des Handwerks werden gerne unter den Tisch gekehrt. Alle, die chic sein wollen – allen voran die Politiker, Konzerngrößen und Finanzwelt, die ohne “echte Wertschöpfung” ihren Reibach macht – tun gerade so, als würde alles im täglichen Leben von selbst funktionieren.

    Aktuell zeigt sich dies durch die Solar-Diskussion: “Photovoltaik schafft keine Arbeitsplätze in Deutschland” hört man da. Weil die meisten Module aus China kommen. All diejenigen, die so etwas behaupten, glauben wohl, dass die Module ganz von selbst den Weg von China auf die Deutschen Dächer finden. Und dass eine Photovoltaikanlage nur aus Modulen besteht. Und dass – genau wie im Baumarkt-Spot – keinerlei Know-how für Planung, Auslegung und Bau einer PV-Anlage erforderlich ist.

    Es gibt aber auch Menschen und Institutionen, die wissen, dass es in der Haustechnik nicht ohne qualifiziertes Personal geht. Zum Beispiel das FHB (Fortbildungswerk Haus- und Betriebstechnik). Hier werden genau die Seminare und Schulungen angeboten, die Haustechniker in ihrer täglichen Arbeit weiterbringen. Erforderliche und hilfreiche Rand- und Ergänzungsqualifikationen werden praxisnah vermittelt. Damit das Fachhandwerk der SHK-Branche immer auf der Höhe der Zeit ist und die ständig steigenden Anforderungen erfolgreich meistern kann.

    Mehr Info unter http://www.fortbildung-hb.de

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  7. Frank Leubner sagt:

    Wir Handwerker und die gemachte Politik fahren nun die Ernte ein……..
    Ich bin ein Handwerksmeister, gleichzeitig Dozent an der Handwerkskammer im Bereich Meisterqualifikation, Gesellenausschussvorsitzender, Mitglied des Meisterprüfungsausschusses, Mitglied des Landesinstallateurausschuss und noch in vielen anderen ehrenamtlichen Institutionen …. im SHK Bereich tätig.
    Es fehlt an Qualifiziertes Lehrpersonal.
    Wollte aus Pädagogenmangel in unserem Land, Sachsen – Anhalt, Lehrer werden, aber das Kultusministerium in Form des Landesverwaltungsamtes lehnte ab, da der nötige Abschluss nicht vorhanden ist. Kurz meine Qualifizierungen: Meister SHK, Meister GWI und Ing-päd. Also wie es lt Einigungsvertrag heißt: „Lehrer der berufspraktischen Unterrichts“

    Die Schuleleitung, Pädagogen kannten mich auch aus meiner Tätigkeit als Gesellenausschussvorsitzender der Innung Magdeburg, sogar die Schüler bei denen ich Stundenweise im BBZ der Handwerkskammer in Vertretung tätig war, begrüßten meinen Entschluss Lehrer zu werden. Sozusagen als Quereinsteiger wollte ich qualifizierte und motivierte Schüler und Lehrlinge, Auszubildende mit meiner Erfahrung zu Guten Anlagenmechaniker machen. Ich stand schon im Stundenplan des neuen Schuljahres eingeschrieben als Lehrer, denn auch die Schulleiter war von mir überzeugt.

    Was ich damit sagen will.
    Es fehlt an Qualifiziertes Lehrpersonal.
    Alte Lehrmeister, oder auch ältere Lehrer zehren von den damalig gemachten Erfahrungen. Auch die Teilnahme an Schulungen in unserem Bereich des Lehrerpersonals ist nicht mehr selbstverständlich.
    Ein weiteres Beispiel:
    In unserem Gesellenprüfungsausschuss haben wir eine sehr motivierte Lehrerin. Fachlich kompetent. Wir wissen, dass der Schulleiter Sie nicht freistellen muss, warum auch er hat andere Probleme, aber wäre es nicht erstrebenwert eine gute Zusammenarbeit zwischen den Ausschussmitgliedern und Lehrerpersonal zu erlangen. Wäre es nicht auch im Sinne der Lehrerschafft eine Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Meister, zwischen der Theorie und Praxis.
    Wir haben zu wenig erfahrenen Menschen als Pädagogen in unseren Berufsbildenen Schulen. Hochmotivierte Meister schickt man lieber in Wüste und möchte sich dafür zwar frisch qualifizierte Diplom. päd. holen. Aber leider nicht vorhanden….. man spricht von Pädagogenmangel im Land. Die Hauptsache ist du hast den Abschluss. Was unterm Strich rauskommt ist doch egal…… Und so ist das mit „Allem“ im Handwerk. Da gebe ich meinem Vorredner indirekt recht. Die da „oben“ wissen doch nicht mehr was Die Basis macht. Die Hauptsache der Preis stimmt. Es gibt ein altes Sprichwort. „Des Brot ich eß, des Lied ich sing …“
    Ist doch hier schon lang nicht mehr.

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  8. Nicola Avantaggiato sagt:

    Und eines möchte ich noch Hinzufügen:

    Nicht der Handwerkberuf ist unattraktiv, die Arbeitsbedingungen sind unattraktiv !
    Da können ZVSHK und Innungen noch so viele Werbekampagnen starten.

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  9. Meisterlerche sagt:

    Unsere Handwerksvertreter haben es doch in den letzten Jahren einfach versäumt die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen.
    Die Mitarbeiter der Kammern, und je höher je doller, haben doch ausschließlich ihr eigenes Wohl im Blickpunkt ihrer Arbeit.
    Der Handwerksmeister der sich angagiert und etwas für die Sache, für das Fachhandwerk tun will wird von den Vorstandleuten ausgebremst.
    Während die Lobbyisten der KFZ-, Atom- und Hotelbranche sich Taschen mir Geld aus Berlin vollstopfen können guckt das Handwerk nur dumm zu!
    Wo sind denn “UNSERE” Vertreter? Wir lassen uns unsere Handwerksberufe von Verwaltungsmenschen / Politikern kaputt machen und Applaudieren auch noch. Aus einem KFZ-Mechaniker der Autos repariert wurde ein Mechatroniker der auswechselt. Aus einem Installateur wurde ein Anlagenmechaniker mit einer weltfremden Berufsbeschreibung.
    Das Handwerk ist in Deutschland immer der größte Arbeitgeber, der größte Steuerzahler und der größte Ausbildungsbetrieb hat aber die wenigsten und schlechtesten Vertreter in Berlin und Brüssel.
    Politiker lachen uns doch aus weil wir Handwerker so dumm sind und alles mit uns machen lassen. Die Politisch zu vertretenden Lohnebenkosten, und da sind alle, auch die Sozialkosten, mit gemeint,
    sind der Tod des Handwerkers.
    Ebenso der Wille der Politik Keine Fachkräft mehr haben zu wollen. Wurde in den hunderten Jahren zuvor nur ein guter Geselle auf Grund seiner Fähigkeiten und Kenntnisse nach ausgiebiger Schulung ein Handwerksmeister so sind es heute eben die schlechten, gerade die Gesellenprüfung abgeschlossenen Leute, die sich zu Meisterschule anmelden. Besser als arbeitslos…. Und diese Nullkönner werden dann auch noch Meister weil die Verordnung es so vorgibt.
    Aber die Poltik hat einen Arbeitslosen weniger in ihrer Statistik..
    das von solchen Leute kein Nachwuchs zu erwarten ist ist also von langer Hand von der Politik genauso geplant worden!
    und wir Handwerker haben mal wieder nur zugeschaut….
    DAS HANDWERK SCHAFFT SICH AB!

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  10. Nicola Avantaggiato sagt:

    Sehr geehrter Herr Müller,

    um Ihre Frage zu beantworten muss man ziemlich weit ausholen.
    Ich denke es sind mehrere unterschiedliche Faktoren die Ursächlich sind.
    Zum einen wäre da die Dienstleistungsfreiheit in der EU. Dieser hat sich das Handwerksrecht beugen müssen, was dazu geführt hat das wir jetzt viele Einzelkämpfer haben ( die wir eigentlich in den Guten Handwerksbetrieben bräuchten) die sich im Prinzip nur deswegen Überwasser halten weil Ihre Abgabenlast sehr überschaubar ist.
    Der nächtste Grund, der meiner Meinung nach Schwerwiegender ist, ist das viele Betriebe schon vor mindestens 10 Jahren es versäumt haben ein vernünftiges Personalmanagement einzurichten. Unsere Fachkräfte sind unser bestes Kapital, und Kapital ist wie man weiß sehr flüchtig wenn die bedingungen nicht mehr stimmen.
    Diese Bedingungen ( Harte und Weiche Faktoren) müssen ständig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
    Jetzt werden bestimmt viele aufschreien und meinen das man höhere Stundensätze nicht an die Kundschaft weiterverrechnen kann. Dazu sage ich nur: Blödsinn !!
    Unsere Kundschaft hat hier in unserer Stadt mindestens 10 Installateure zur Auswahl, und die meisten sind billiger. Wir bekommen aber den Badumbau im wert von 30.000 Euro und nicht die anderen.
    Wir verpulvern nicht 20.000 Euro im Jahr für Marketing.
    Wir investieren in unsere Mitarbeiter !!

    Und darum geht es auch im Prinzip !!
    Wir können die Jugendlichen nur dadurch überzeugen in dem man Ihnen vermittelt das das Handwerk keine Sklaventreiberei mehr ist.
    Das wird aber sicherlich nicht von Heute auf Morgen gehen.

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